ADNOTES ZUM THEMA LIEBE

 

von Helmuth A. Niederle

 

 

 

Wer tatsächlich eines Beweises bedarf, dass die Sehnsucht nach Liebe unstillbar ist, braucht nur aufmerksam auf die Texte der Schlager und der Popsongs zu achten. Das willkürlich gewählte Spektrum reicht von „Du darfst nicht gehen …“ bis „The Sun Ain‘t Gonna Shine Anymore“. Unermüdlich und mit stets frischer Verve besingen die Schnulzeros und die Singersongwriter (auch dies stellt ein Spektrum dar) die Liebe, den Verlust derselben und die Sehnsucht nach Begegnung, die in seelischer Übereinstimmung münden soll.

Wer eines Beweises bedarf, dass die Sehnsucht nach der bleibenden erfüllten Liebe sehr häufig keine Erfüllung findet, braucht nur die offiziellen Scheidungsstatistiken der einzelnen europäischen Länder anzuschauen. Besonders aussagekräftig ist die mittlere Ehedauer, die im Jahr 2015 in Österreich bei 10,9 Jahren lag. Anders gesagt: Noch vor dem Vollenden des elften Jahres sind die Liebe, die Lust und das Begehren ausgeflogen, zurück blieben Frust, Enttäuschung und die Sehnsucht nach neuer Erfüllung der Liebe.

Es versteht sich, dass etwas, was alle Menschen wollen und worüber alle reden, in den Sprachen der unterschiedlichen Disziplinen der Kunst – darunter auch in der Literatur – ihren Niederschlag findet. Sieht man von der Klischeeartigkeit der Popkultur und des Schlagers ab, zeigt sich, dass selbst in der literarischen Disziplin der Lyrik das Ringen um die entsprechenden Worte nicht einfach ist. Privates, Tiefes aus der Seele oder dem Herzen Kommendes in Worte zu fassen, die nicht durch übermäßigen Gebrauch rascheln wie das gefallene Laub in einer herbstlichen Allee, ist schwer. Das Unternehmen dieser Anthologie zeugt von Mut: Reden wir darüber, worüber sich fast nicht reden lässt, weil es dort entspringt, wo Worte versiegen, oder Gefühle einen Menschen so überrollen, dass man gar nicht reden möchte, sondern nur ganz einfach sein will.

 


ПРЕДИСЛОВИЕ

 

 

 

Эта книга обязана своим появлением серии литературных чтений, проходивших под девизом: «Ночи любви – лирика и проза» в одной из лучших картинных галерей – «Kunstraum der Ringstrassen-Galerien», в самом центре Вены.

Откуда вдруг столь непопулярная тема? Если внимательно взглянуть на сегодняшние литературу и кино, то станет ясно – тема любви едва ли находит в них место, она практически изгнана из собственного дома, ее место заняли насилие и бездушные сексуальные влечения; и даже лирика – извечный приют любви – посвящает себя преимущественно описаниям материального мира. Похоже, на фоне столь распростаненной ныне на Западе т.н. культуры свободного тела, культура открытой души обречена на прозябание. Если верить французскому философу Андре Комт-Спонвилю (André Comte-Sponville), сегодня любовь рассматривается обществом как нечто неприличное, в лучшем случае как кич. Может, происходит это оттого, что прозрачность нашего общества вынуждает человека инсинктивно защищаться, он закрывает свою душу, в нем вырабатывается страх перед интимностью отношений и перед другими людьми? В результате литература теряет свою сущность, она становится такой же холодной, как наш компьютеризированный мир.  

 

В целях противостояния данной тенденции и были организованы наши «Ночи любви», которым мы обязаны возникновение этой книги.

 

 

 

Диана Видра

 

 

Kontaktieren  uns bitte über Kontaktformular

Anima incognita Kulturverein ZVR 412304817

 

Für Ihre Spenden: Vereinskonto:  Anima incognita - Kulturverein: ERSTE BANK, Bankleitzahl 20111,

Konto-Nr.: 837-489-462/00, BIC: GIBAATWWXXX IBAN: AT31 2011 1837 4894 6200

Haftungshinweis: Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.